im Alb Bote vom 29.1.2008

Bildungswerk in guten Händen

Wichtige Institution in der katholischen Pfarrei Waldkirch

Bildungswerk Waldkirch bei WaldshutIn diesem Jahr feiern die Ortschaft und die Pfarrei Waldkirch ihr 1150-jähriges Jubiläum. In einer Artikelreihe stellen wir die Historie der Ortschaft und der Pfarrei, lokale Besonderheiten und Persönlichkeiten vor. Heute geht es um das Katholische Bildungswerk, das seit 1972 in Waldkirch aktiv ist und während des Wintersemesters interessante Vorträge, Exkursionen und Kurse anbietet.

Zu Beginn einer jeden Veranstaltung stellt sich für Klaus Nowak und Wolfgang Malzacher, die zusammen das Bildungswerk Waldkirch organisieren, die bange Frage: Wie viele kommen heute Abend? Reicht die Bestuhlung? Immer wieder machen die beiden die Erfahrung: "Den besten Besuch haben wir, wenn einheimische Referenten auf dem Programm stehen." Wolfgang Malzacher erinnert sich an ein typisches Beispiel: "Als in der letzten Saison Bernhard Huber aus Schmitzingen seinen Vortrag über den Unteralpfener Pfarrer und Heimatforscher Jakob Ebner hielt, hatten wir einen Rekordbesuch."

Die Palette des Bildungswerkes ist traditionell sehr breit gestreut. Schwerpunkte bilden die Themen Gesundheit, Erziehung, Heimat, Volkskunde, Religion, Reisen, Natur, Politik und Musik. "Für mich ist die Vielseitigkeit in der Thematik besonders faszinierend. Ich selbst habe viel davon profitiert", so Klaus Nowak.

Ebenso schillernd wie die Themen sind auch die Referenten, die aus den unterschiedlichsten Schichten stammen: Professoren, Juristen, Lehrer, Theologen, Künstler, Polizisten, Soziologen, Ärzte, Landräte, Weltenbummler, Techniker und Hausfrauen. So reiste beispielsweise im Oktober 1990 der Chefredakteur des Konradsblattes, Josef Dewald, aus Karlsruhe an, um einen Vortrag über Papst Johannes Paul II. zu halten. "Die größte Herausforderung für uns besteht darin, ein interessantes Programm zusammen zustellen." Dazu sei es erforderlich, sich umzuhören und Kontakte mit anderen Veranstaltern zu pflegen. Auf dem diesjährigen Programm standen bisher die Besichtigung einer Biogasanlage in Indlekofen, literarische Vorträge (über Joseph von Eichendorff und Elisabeth Walter) und zuletzt das Thema Gesundheit (Augenleiden im Alter).

Am 17. Februar steht ein Erziehungsthema auf dem Programm ("Festhalten oder loslassen"), am 2. März ein religiöses Thema ("Was Jesus wirklich wollte") und am 16. März ein Diavortrag ("Flussaufwärts von Waldshut nach Schaffhausen"). Dazu kommen, speziell in diesem Jahr, historische Vorträge zum 1150-jährigen Jubiläum des Pfarrdorfes (siehe Infokasten).

Gegründet wurde das Bildungswerk 1972 durch den Schmitzinger Lehrer Bernhard Oeschger. Erster Kassierer war Josef Morath aus Waldkirch. Danach half die Pfarrsekretärin Hildegard Heuschen aus, bevor Klaus Nowak und Otto Störkle im Herbst 1979 antraten. Wolfgang Malzacher kam 1991 dazu. Finanzielle Unterstützung erhält das Bildungswerk durch das Landratsamt und die Erzdiözese. Klaus Nowak: "Mit geringem Aufwand wird versucht, allen eine Möglichkeit zur Fortbildung anzubieten". Aber auch Bildung hat ihren Preis: Im Laufe der Jahre kletterte der Eintrittspreis, nach Teuro-Manier, von drei Mark auf drei Euro.

Bildtext:
Die beiden Strategen des Katholischen Bildungswerkes Waldkirch, Klaus Nowak (links) und Wolfgang Malzacher vor dem Eingang ins Waldkircher Pfarrzentrum, in dem die Vorträge des Bildungswerkes stattfinden.

Vorträge

Das Katholische Bildungswerk Waldkirch wurde 1972 durch Bernhard Oeschger gegründet. Seit 1979 liegt die Leitung in den Händen von Klaus Nowak, der seit 1991 von Wolfgang Malzacher unterstützt wird. Aus Anlass des 1150-jährigen Jubiläums stehen in diesem Jahr drei historische Vorträge auf dem Programm:

27. Mai: "Die spannende Geschichte der Salpeterer", Referent Paul Eisenbeis.

6. Oktober: "Johann Michael Jehle und die Einungen", Referent Heinrich Dold.

27. Oktober, "Architektur der Bauernhäuser", Referent Reinhard Schurian.

VON MANFRED DINORT