im Alb Bote vom 12.8.2008

Stippvisite im Heimatort

Treffen ehemaliger und heutiger Waldkircher Bürger auf dem ehemaligen Tröndlehof

 

ehemalige Waldkircher BürgerWaldkirch (tao) Einen überraschenden Erfolg hatte das Treffen der jetzigen und der ehemaligen Waldkircher, zu dem Ortsvorsteher Hansjörg Birkenberger im Rahmen des Jubiläumsjahres eingeladen hatte. Obwohl der kleine Ortsteil, das Zentrum der Pfarrei Waldkirch, nur knapp 50 Einwohner zählt, versammelten sich über 70 Teilnehmer im Hause der Familie Schurian, die die Rolle des Gastgebers übernommen hatte.

Teilweise hatten die Besucher eine weite Anreise in Kauf nehmen müssen. Das Haus Schurian, das zu den ältesten Bauernhäusern im Dorfe zählt, bot dazu einen idealen Rahmen: die alte Einfahrt als Vorplatz, ein idyllischer Innenhof und ein Hausgarten mit Rasenflächen, so dass auch die Kinder genügend Auslauf hatten. Serviert wurde in der geräumigen Remise. Auch das Wetter spielte mit, so dass die Gäste rundum zufrieden waren.

In Waldkirch selbst wohnt heute nur noch ein knappes Dutzend "Ureinwohner". Die meisten sind weggezogen, die alten Bauernhäuser haben zum Teil einen neuen Besitzer gefunden, die viel Geld und Arbeit in die Restaurierung der alten Anwesen investiert haben.

"Liebe Waldkircher", so begrüßte Hansjörg Birkenberger, Ortsvorsteher von Gaiß-Waldkirch, die zahlreichen Gäste. Dabei zog er einen Vergleich zwischen den beiden Ortsteilen: "In Waldkirch wird man sogleich mit offenen Armen empfangen. Hier ist man froh, wenn jemand dazukommt." Anders sei die Situation in Gaiß, wo sich die Bevölkerung zunächst reserviert verhalte, bevor sie sich, aber dann umso herzlicher, dem Neuankömmling öffne. Das hänge wohl damit zusammen, dass Waldkirch schon immer sehr stark frequentiert war, viel mehr Durchgangsverkehr hatte und damit weltoffener wurde.

Auch Hausherr Reinhard Schurian schloss sich der Begrüßung an. Für ihn als Neubürger sei es sehr spannend, auch die ehemaligen Bürger kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen. "Es sind total viele gekommen und ich bin hell begeistert!" Anschließend waren die Gäste zu Kaffee und Kuchen geladen, bevor der Ortsvorsteher in einer Diashow die letzten Jahrzehnte Revue passieren ließ. Dabei lösten die alten Bilder lebhafte Diskussion aus und riefen viele Erinnerungen wach.

Mit im Bild war auch die älteste Bürgerin von Waldkirch, Klara Dörflinger, die inzwischen hundert Jahre alt ist und jetzt im Tiengener Pflegeheim lebt.

Auch von Ernst Kugler, der bis 1970 Lehrer in Waldkirch war und den Kirchenchor leitete, waren Dias dabei. Weitere interessante Perspektiven zu Waldkirch zeigte Reinhard Schurian mit einem Diaquiz auf.

Im weiteren Programm folgten ein Rundgang durch das Dorf, ein Besuch des Abendgottesdienstes und danach ein gemütliches Beisammensein.

Gaiß-Waldkirch

Die beiden Ortsteile Gaiß und Waldkirch haben einen gemeinsamen Ortschaftsrat und werden gemeinschaftlich verwaltet. Ortsvorsteher ist Hansjörg Birkenberger, der einen Aussiedlerhof bewirtschaftet, der zwischen den beiden Ortsteilen liegt. Die beiden Ortsteile zählen rund 220 Einwohner, davon wohnen 50 in Waldkirch. Wichtigster kultureller Verein ist der Musikverein Gaiß-Waldkirch, der sein Probelokal in Waldkirch hat. Waldkirch ist auch Standort des ehemaligen Schul- und Rathauses, während in Gaiß das Gemeinschaftshaus steht. Beide Ortsteile unterhalten eine eigene Feuerwehrabteilung.

Manfred Dinort

Bildtext:
Gemütliche Stimmung und ein reger Erfahrungsaustausch zeichnete das Treffen der jetzigen und ehemaligen Waldkircher Bürger aus, das im Hause der Familie Schurian, dem ehemaligen Tröndlehof, stattfand.

Bild: Dinort