im Alb Bote vom 26.8.2008

Kleiner Stadtteil in Jubiläumsfreude

Dorffest zum 1150-jährigen Bestehen von Ortschaft und Pfarrei Waldkirch

 

Teilnehmer des ZeichenwettbewerbesNach verregnetem Auftakt wurde das Waldkircher Dorffest zum 1150-jährigen Bestehen doch noch zu einem großen Erfolg: Der Sonntag bescherte sonniges Wetter und zahlreiche Besucher. "So ein Fest gab es in Waldkirch noch nie", meinte die älteste Festbesucherin, die 99-jährige Bertel Maier aus Brenden, eine gebürtige Waldkircherin.

Waldkirch - Begeisterte Zustimmung fand die bestens organisierte Jubiläumsveranstaltung auch bei den übrigen Besuchern, die in Scharen in das festlich geschmückte Waldkirch kamen und die Festmeile bevölkerten. Entlang der Dorfstraße hatten sich die örtlichen Vereine eingenistet und lockten mit ihren kulinarischen Angeboten. "So wie damals, als zum ersten Mal das Waldshuter Stadtfest veranstaltet wurde", so urteilten die Besucher aus dem Stadtgebiet.

Dazu wurden zahlreiche Aktivitäten angeboten, so dass immer etwas los war. Großen Anklang fand beispielsweise der Ballonflugwettbewerb, den die Vereine aus Gaiß organisiert hatten.

Die Attraktion am Sonntag war der historische Handwerkermarkt an dem sich zwei Dutzend Aussteller und Handwerker beteiligten. Mit von der Partie waren auch einige Betriebe aus dem Kirchspiel, darunter Otto Störkle aus Gaiß mit seiner alten Brennereianlage, der eigens einen Jubiläumsbrand kreiert hatte, Viola Schurian aus Waldkirch, die Artikel aus Filz herstellte, Hufschmied Klaus Peter Grieb aus Waldkirch mit einer kompletten Werkstatt und Ehefrau Veronika Grieb mit einer Ausstellung kunstvoller Strickwaren, Kunstschmied Armin Ebner aus Oberalpfen mit Amboss und Esse, Edwin Zimmermann aus Oberalpfen mit einem Otto StörkleDrechslerstand und die Stuckateure Rainer Löschner aus Oberalpfen und Alfons Reichmann aus Schmitzingen. Auf der Open-Air-Bühne sorgten der Musikverein Gaiß-Waldkirch, die Trachtenkapelle Berau und die "Dinkelberger Spatzen" für musikalische Unterhaltung.

"Geistiges Zentrum" war das ehemalige Schul- und Rathaus mit verschiedenen Ausstellungen, darunter eine historische Bilderausstellung mit Waldkircher Motiven, die Bilderausstellung zum Foto und Malwettbewerb sowie eine historische Ausstellung über die ehemaligen Hauensteiner Einungen, die von der Einungsmeisterversammlung Dogern präsentiert wurde.

Komplett "ausgebucht" war auch der Festgottesdienst, der von einem starken Projektchor mitgestaltet wurde. Der Chor, der von Michael Ebner aus Oberalpfen dirigiert wurde, sorgte mit seinen 60 Sängern und Solisten für ein eindrucksvolles Klangerlebnis, das zum Ende des Gottesdienstes mit stehendem Applaus bejubelt wurde.

Bertl MaierIm Rahmen des Gottesdienstes dankte Pater Hermann-Josef Zoche auch den Organisatoren des Jubiläumsjahres, vor allem dem Ortsvorsteher Hansjörg Birkenberger und dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Lorenz Eschbach.

Das Jubiläumsjahr

1150 Jahre und 250 Jahre - Ortschaft und katholische Pfarrgemeinde Waldkirch feiern 2008 ein doppeltes Jubiläum. 858 wurde "Waldkircha" erstmals urkundlich erwähnt. 1758 wurde die heutige Kirche fertiggestellt. Die Zahlen 858 und 1758 sind auch im Inneren der St. Marienkirche Waldkirch an der Decke verewigt.

Manfred Dinort

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Die Teilnehmer des Zeichenwettbewerbes zum Waldkircher Jubiläum und ihre Kunstwerke.Bilder: Dinort

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Otto Störkle aus Gaiß, der zum Fest einen Jubiläumsbrand kreiert hatte.

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Die älteste Besucherin des Doffestes: die 99-jährige Bertl Maier.

VOR 50 JAHREN,
IM ALB - BOT’ STOHT’S

Waldkirch

Vom 18. bis 21. September 1958 feierten die politischen Gemeinden Waldkirch und Oberalpfen ihre 1100-jährige Geschichte und die katholischen Kirchengemeinden das 200- jährige Jubiläum der Kirche in Waldkirch.
Es wurde am Sonntag, 21. September, mit einem großen Festgottesdienst in der prächtigen Pfarrkirche begangen. Daran nahmen auch Landrat Schäfer sowie die Bürgermeister und Gemeinderäte der umliegenden Gemeinden teil. Der Musikverein Gaiß-Waldkirch unter Leitung von Friedrich Kuner, ein Quartett des Musikvereins und der Kirchenchor verschönten das von Pfarrer Strasser zelebrierte Hochamt.
Die Festpredigt hielt Pfarrer Gromann aus Kappelwindeck, der von 1937 bis 1954 Seelsorger in Waldkirch gewesen war.