im Alb Bote vom 25.4.2008

Zu Ehren des heiligen Florian

Kapelle in Remetschwiel jüngstes sakrales Bauwerk im Kirchspiel

 

Die St. Florianskapelle RemetschwielIn diesem Jahr feiern Ortschaft und Pfarrei Waldkirch ihr 1150-jähriges Bestehen. In einer Artikelreihe stellen wir die Historie der Ortschaft und Pfarrei, Besonderheiten und Persönlichkeiten vor. Heute geht es um das jüngste sakrale Bauwerk des Kirchspiels, die Florianskapelle in Remetschwiel, die am 4. Mai 2002 eingeweiht wurde.

Waldkirch - Remetschwiel ist mit 468 Einwohnern der größte Ortsteil der Pfarrgemeinde, besaß bis dahin jedoch kein eigenes Gotteshaus. Ältere Einwohner berichten zwar, dass es früher einmal eine Kapelle gab, die aber wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Belege dafür gibt es jedoch nicht. Immer wieder gab es Initiativen für einen Neubau, doch die Pläne wurden nie realisiert.
Dokumentiert ist, dass am 29. Juli 1918 eine Bürgerin namens Katharina Albiez im Pfarramt Waldkirch eine Spende von 1000 Mark für den Kirchenbau in Remetschwiel überreichte. Am 3. Oktober 1918 wurden von der gleichen Spenderin nochmals 1000 Mark an den Kirchenfonds Remetschwiel eingezahlt. Ob es sich dabei um eine zweite Spende oder lediglich um eine Umbuchung handelte, ist nicht geklärt.
Immerhin wurde, vermutlich in den 30er-Jahren, schon einmal eine Glocke gegossen, die für eine neue Kapelle bestimmt war. Um das begehrte Metall vor dem Zugriff des Militärs in Sicherheit zu bringen, wurde die Glocke jedoch in die Schweiz geschafft und gilt seitdem als verschollen. Kundschafter behaupteten, die Glocke in Leuggern gesichtet zu haben, wo sie als Dekoration in einem Garten stehen soll.
Vor rund zehn Jahren, bei einem unverbindlichen Kaffeeklatsch im Hause Ernst und Monika Baumgartner, kam das Thema Kapelle erneut auf die Tagesordnung. Dabei erklärte sich Ernst Baumgartner, der inzwischen verstorben ist, spontan bereit, ein Grundstück zur Verfügung zu stellen. Mit von der Partie waren die Eheleute Edeltraud und Hans Bellen und Helga Huber, die Vorsitzende des Kapellenvereins. Am 13. Januar 2001 fand dann eine erste Besprechung mit dem Architekten Gerhard Kaiser aus Grafenhausen und Vertretern der Gemeinde und der Pfarrei statt.
Zur Umsetzung und Finanzierung des Vorhabens wurde im Mai 2001 der Kapellenverein St. Florian gegründet, die konstituierende Sitzung fand im Waldhaus statt. Schon bald darauf, am 14. Juli, wurden mit dem ersten Spatenstich die Bauarbeiten in Gang gesetzt. Richtfest wurde am 3. November gefeiert und am 4. Mai 2002, dem Florianstag, wurde die Kapelle eingeweiht. Die Glocke, die vom Seniorchef der Brauerei Waldhaus, Helmar Schmid, gestiftet wurde, erhielt die Aufschrift "Gott beschütze diesen Ort, sein Wille währet immerfort".
Noch heute ist den beiden Managerinnen des Kapellenvereins, Helga Huber und Monika Baumgartner, die Begeisterung aus jener Zeit anzumerken. "Es lief eigentlich alles hervorragend, das meiste wurde in Eigenleistung gemacht, den Rest haben die örtlichen Handwerker beigesteuert." Aus den Mitteln des Vereins standen 12 000 Euro zur Verfügung. Auf einer Tafel neben dem Eingang heißt es: "Dem heiligen Florian zur Ehre, durch edle Spender ermöglicht, mit der Kraft fleißiger Hände erbaut in den Jahren 2001-2002."
IDie Hüterinnen der St. Florianskapelle Remetschwielnzwischen ist die schön gelegene Kapelle, am Waldrand oberhalb von Remetschwiel, zu einem beliebten Ziel für Ausflügler, Radler und Spaziergänger geworden. Die Kapelle ist tagsüber geöffnet, so dass der freundlich gestaltete Innenraum mit dem frei liegenden Dachstuhl jederzeit zugänglich ist.
Zur Inneneinrichtung gehört natürlich auch eine handgeschnitzte Figur des heiligen Florian, der, eskortiert von zwei weiteren Heiligen, in einer Mauernische über die Kapelle wacht.

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Manfred Dinort

Bildtext, Bild oben:
Die St. Florianskapelle Remetschwiel, die in den Jahren 2001/02 erbaut wurde.

Bildtext, Bild unten:

Die Hüterinnen der St. Florianskapelle Remetschwiel: Helga Huber (links), Vorsitzende des Kapellenvereins, und Stellvertreterin Monika Baumgartner. Bilder: Dinort

Blder:Dinort

Waldkirch WappenKapellenverein

Der Remetschwieler Kapellenverein "St. Florian", der 2001 gegründet wurde, hat rund 80 Mitglieder. Zum Vorstand gehören Helga Huber (Vorsitzende), Monika Baumgartner (stellvertretende Vorsitzende), Silvia Tröndle (Schriftführerin), Tanja Huber (Rechnerin), Stefan Huber, Birgit Widmer und Markus Jäger (Beisitzer). Die Kapelle ist auch Station bei der Radwallfahrt am 4. Mai, die zu den fünf alten Kapellen der Pfarrei Waldkirch führt. Dabei übernimmt der Kapellenverein die Bewirtung der Wallfahrer.