im Alb Bote vom 22.4.2008

Glanzvolle Uraufführung

Kirchenkonzert des Musikvereins Gaiß-Waldkirch

 

Der Musikverein Gaiß-WaldkirchEin ungewöhnlicher Abend und ein außergewöhnliches Programm", auf diesen Nenner brachte Pater Hermann-Josef Zoche das Kirchenkonzert, das der Musikverein Gaiß-Waldkirch unter der Leitung von Markus Birkenberger in der St. Marien-Kirche im Rahmen des Waldkircher Jubiläumsjahres präsentierte. Ein besonderer Gruß galt dem Komponisten Jacob de Haan, der in Begleitung seines Sohnes aus den Niederlanden angereist war, um die Uraufführung seiner Komposition zu dirigieren.

Es war die Stunde der Musiker, die ein faszinierendes Musikprogramm boten, Musik aus allen Epochen, Musik, die den Besuchern in der dicht be- setzten Pfarrkirche unter die Haut ging. Zum Auftakt spielte das Bläserquintett mit Gastspieler Manuel Wagner (der für die erkrankte Elvira Ganzmann eingesprungen war), Johannes Störkle, Johannes Lehmann, Marina Reichmann, und Martin Kaiser die brillante "Partita Alla Fanfare" von Zdenek Lukás.

Dann folgten zwei Stücke mit dem Gesamtorchester, erst der festliche Choral "Gelobt sei Gott", ein Werk des Renaissance-Musikers Melchior Vulpius, in dem die Schlagzeuger die besonderen Akzente setzten, dann die "First Suite in Es" des englischen Komponisten Gustav Holst, ein Werk, das durch den Wechsel von verspielten Passagen und kraftvollen Einlagen gekennzeichnet war.

Die Zeit des Barock wurde durch das variantenreiche "Concerto per due Trombe" von Antonio Vivaldi repräsentiert, gespielt von einem Duo mit zwei Solotrompeten (Manuel Wagner und Johannes Störkle) und einem Bläserensemble mit Daniela Gertis, Nadine und Kathrin Birkenberger, Sarina Auer, Angelika Ganzmann-Bindert und Veronika Schupp. "Quartetto", von Bernhard Crusel, hieß das nächste Stück, das von dem Klarinettenquartett mit Sarina Auer, Kathrin Birkenberger, Natalie Gertis und Veronika Schupp perfekt gemeistert wurde. Die gewaltige Klangfülle des Gesamtorchesters kam dann nochmals in dem Titel "Toccata for Band" von Frank Erickson zum Tragen. Dann war der Event des Abends angesagt, die Uraufführung der sinfonischen Dichtung "Jubilate, Waldkircha in Musica" von Jacob de Haan. "Hier ist dem Komponisten etwas Einmaliges gelungen, ein Musikwerk, das in akustischer Form die Historie unseres Dorfes widerspiegelt", so kommentierte Pater Hermann Josef Zoche.

Dann lief ein musikalisches Szenario ab, das die Zuhörer in die Zeit um das Jahr 800 zurückversetzte, eine Zeit, in der irische und schottische Mönche von der Insel Rheinau aufbrachen und zu den stillen, bewaldeten, mystisch umnebelten Höhen des heutigen Waldkirch gelangten. Darunter mischten gregorianische Gesänge und dem Original-Geläute der Waldkircher Kirchenglocken. Damit gelang dem Orchester und dem Komponisten eine Glanzleistung, die vom Publikum mit stehendem Applaus honoriert wurde. Großartig war auch das letzte Stück "And the Angels called" von James Swearingen, ein Titel mit einem traurigen Hintergrund, der aber in einem tröstlichen und verheißungsvollen Finale endete.

Natürlich hatte das Orchester noch einige Zugaben auf Lager, darunter der Titel "Ross Roy", ein weiteres Werk des Komponisten Jacob de Haan.

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Manfred Dinort

Bildtext, Bild oben:
Zu einem glanzvollen Höhepunkt wurde das Kirchenkonzert in der St. Marien Kirche Waldkirch, das aus Anlass des Jubiläumsjahres vom Musikverein Gaiß-Waldkirch ausgerichtet wurde.

Blder:Dinort

Waldkirch WappenDer Musikverein

Konkordia“ Gaiß-Waldkirch wurde 1924 gegründet.

Der Verein zählt 46 aktive Musiker, 25 Jungmusiker und 160 Passivmitglieder.
2002 wurde das neue Probelokal in Waldkirch eingeweiht und seitdem veranstaltet der Musikverein sein Jahreskonzert in der Stadthalle Waldshut.
Ursprünglich fanden die Jahreskonzerte im Gasthaus „Storchen“ in Waldkirch, dann im Gemeinschaftshaus in Gaiß und schließlich im Gerätehaus Schmitzingen statt.
Dirigent ist seit 1994 Markus Birkenberger, Vorsitzender ist Matthias Rüd.