im Alb Bote vom 9.8.2008

Moderne Ausstattung in altem Gemäuer

St. Johannes-Kapelle Oberalpfen wurde im Jahre 1738 eingeweiht – zahlreiche bauliche Veränderungen

 

Johannes-Kapelle in OberalpfenIn diesem Jahr feiern Ortschaft und Pfarrei Waldkirch ihr 1150-jähriges Bestehen. Zum Jubiläumsprogramm gehörte auch eine Radwallfahrt, die als "Tour de Waldchircha" zu den fünf Filialkapellen des Kirchspiels führte. Dabei führte Pater Hermann-Josef Zoche an allen Stationen eine Kirchenführung durch. Die Kapellen gelten als kulturhistorische Kostbarkeiten, die allesamt ihren eigenen Stil haben, liebevoll gepflegt und behütet werden.

Dritte Station der Tour war die Kapelle in Oberalpfen, die dem heiligen Johannes geweiht ist. Nach Schmitzingen ist die Oberalpfener Kapelle die zweitgrößte des Kirchspiels, beide Kapellen haben eine eigene Turmuhr. Obwohl die Kapelle bereits 1497 urkundlich erwähnt wird, ist ihr das hohe Alter nicht anzusehen.

Außen und innen gründlich renoviert, hell und aufgeräumt, macht die Kapelle einen eher modernen Eindruck. Durch die freundliche, schlichte Einrichtung wirkt der Innenraum geradlinig und zeitlos, ein Hort der Ruhe und Stille. Neu gestaltet wurde vor allem der Chorraum, der mit einem modernen Altar aus massivem Stein ausgestattet wurde. Dahinter, im gleichen Stil, steht ein säulenförmiger Tabernakel mit einer älteren Christusfigur aus Holz. Auf die Restaurierung des ursprünglichen Altars, der sehr schön gewesen sein soll, wurde aus Kostengründen verzichtet.

Zu beiden Seiten des Chorbogens sind Statuen angebracht, links der heilige Josef mit den Utensilien des Zimmermannes, rechts die Mutter Gottes in prachtvollem Gewand. An der linken Wand hängt ein Gemälde, das den Schutzpatron der Kapelle, der heilige Johannes der Täufer, im Kamelhaarmantel darstellt. In der Hand hält er ein Buch mit dem Lamm Gottes, auf das er mit dem Finger weist. An der rechten Wand hängt ein schönes Kruzifix mit einem Christus ohne Dornenkrone. Die Fenster des kleinen Gotteshauses sind mit Butzenscheiben ausgestattet, die Fenster der Apsis enthalten bunte Einlagen.

Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Dorfkapelle so manche bauliche Veränderung. Sie brannte zweimal ab, einmal während des Dreißigjährigen Krieges und ein zweites Mal 1828, bei einem großen Dorfbrand, dem auch elf Häuser zum Opfer fielen. 1738 weihte der Konstanzer Weihbischof die Kapelle zu Ehren des heiligen Johannes, des heiligen Nikolaus und des heiligen Antonius. 1917 wurde die kleinere Glocke eingezogen und auch die größere musste eingeschmolzen werden, weil sie nicht mehr tonrein war.

1927 wurden mit Hilfe von Spenden zwei neue Glocken angeschafft, die größere ist dem heiligen Johannes und die kleinere den armen Seelen geweiht. Umfangreiche Renovierungsarbeiten wurden auch in den letzten Jahrzehnten durchgeführt. So wurde beispielsweise 1978 die Sanierung des Glockenturmes in Angriff genommen. Dabei wurde der Schindelmantel ausgebessert und das Turmdach erhielt eine wetterfeste Abdeckung aus Kupferblech. Das Uhrwerk wurde überholt und mit einem neuen, farbenfrohen Ziffernblatt ausgestattet.

Schließlich wurde das Dach neu eingedeckt und ein neues Vordach über dem Eingang angefügt und die Innendecke erhielt einen neuen Verputz. Zuletzt wurde ein funkgesteuertes Uhrwerk eingebaut. Demnächst sollen Teile des morschen Turmgebälks erneuert werden. Manfred Dinort

Schließlich übertraf der Erfolg der Ausstellung alle Erwartungen: Die Besucher waren hellauf begeistert und viele griffen spontan zum Kugelschreiber, um ihre Eindrücke im ausgelegten Gästebuch festzuhalten. Ein besonderes Geschenk gab es für die Sponsoren, denen Aussteller Bernhard Huber einen Brieföffner aus Holz überreichte, eine Miniaturnachbildung der vier Stelen, die im Eingangsbereich als Symbol für die vier beteiligten Künstler aufgestellt waren.

Die Kapelle

Nach Remetschwiel ist Oberalpfen mit rund 400 Einwohnern die zweitgrößte Ortschaft der Pfarrei Waldkirch. Oberalpfen wurde erstmals 860 urkundlich erwähnt. Von einer Kapelle ist seit 1497 die Rede. In ihrer jetzigen Form wurde die Oberalpfener Kapelle 1738 vom Konstanzer Weihbischof 1738 eingeweiht. Neben dem hl. Johannes gelten auch der hl. Nikolaus und der hl. Antonius als Schutzpatrone. Patrozinium ist am Namenstag des hl. Johannes, am 24. Juni, Die Pflege der Kapelle liegt in den Händen von Hermine Siebold, Erna Reichmann und Rita Widmer.

Manfred Dinort

Bildtext:
Der Innenraum der St. Johannes-Kapelle in Oberalpfen ist in hellen Farben gehalten, die Ausstattung ist modern.

Bild: Dinort