im Alb Bote vom 19.8.2008

Stille Lieder und Choräle

Gruppe Voix Célestes singt sich in die Herzen der Zuhörer in der Pfarrkirche Waldkirch

 

Die Gruppe Voix CélestesDa schmolzen die Herzen, und sogar der Himmel schien sich ein ganz klein wenig zu öffnen: Mit ihrem Konzert in der St. Marienkirche gelang es der Gruppe "Voix Célestes" (himmlische Stimmen), das Publikum zu berühren und ungewohnte Saiten zum Klingen zu bringen.

"Sie werden vom ersten Ton an gespürt haben, dass heute etwas Besonderes hier stattfindet", so kommentierte Pater Hermann-Josef Zoche den Auftritt der jungen Künstler, um danach eine "wunderschöne Auswahl stiller Lieder und Choräle" anzukündigen, "Stücke, die in der Lage sind, unsere Gedanken und unsere Gebete in eine ganz andere Richtung zu lenken."

Dann lief eine perfekt inszenierte Programmfolge mit Gesang, Orgelspiel und instrumentaler Begleitung ab. Dabei bot die Gruppe eine erstaunliche musikalische Vielfalt aus den verschiedensten Epochen der Musikgeschichte, darunter Orgelstücke von J.S. Bach, Telemann und Theodore Dubois, Lieder und Choräle alter Meister und moderner Komponisten von Gregor Linßen bis Thomas Quast. "Melodien, die berühren, Lebensfreude wecken und Texte, die zum Nachdenken anregen", so die Gruppe in ihrem Flyer. Mit einem verhalten, aber innig gesungenen Choral ("Begleite mich Gott") zogen die jungen Sänger einzeln in die Kirche ein, um danach im Chor zu vereinen.

"Voix Célestes" ist eigentlich die Bezeichnung eines Orgelregisters, das für eine eigentümliche Schwebung im Klang sorgt. Gleich in ihrem Eingangslied griff die Gruppe diese Eigentümlichkeit auf und öffnete damit die Herzen des Publikums. "Was schön ist, ist auch still; schöne Stücke sind stille Stücke", so der Pater.

In drei Variationen wurde das "Vater unser" vorgetragen, erst in der Version von Ch. H. Rinck, dann das "Notre Pére" von Maurice Duruflé und eine dritte Version von N. Kedrow. Auch beim "Ave Maria" gab es drei Versionen, die von Cesar Franck, Johannes Brahms und Palestrina. Nach einem kraftvollen Vorspiel auf der Orgel folgte der Choral "Wer nur den lieben Gott lässt walten", von J. S. Bach mit einer Strophe zum Mitsingen für die Gemeinde.

Ungewöhnlich war die Kombination von Panflöte und dem Cembalo-Register des Keyboards in der "Partita 2" von G. Ph. Telemann. Dazwischen erklangen Stücke an der Orgel, darunter die Sonate II in C-Dur von Telemann mit Orgel und Altflöte. Poppige Töne klangen bei den letzten Liedern an, "An Irish Blessing" von J.E. Moore, "Du bist gesalbt", von Gregor Linßen und "Im Jubel ernten", von Thomas Quast. Es folgten zwei Zugaben, bevor die Sänger wieder zur Melodie des Eingangsliedes den Rückzug antraten. Mit stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum für ein ungewöhnliches Konzert.

Voix Célestes

Die Gruppe "Voix Célestes" besteht seit 2006. Alle elf Mitglieder haben eine Grundausbildung am Klavier und eine C-Ausbildung absolviert oder sind noch in der Ausbildung. Die Schwerpunkten liegen in den Bereichen Gesang, Orgelspiel und Chorleitung. Die Gruppe wirkte bisher bei der Gestaltung von Gottesdiensten, Hochzeiten und Jubiläen mit. Mit ihrem Auftritt in der Pfarrkirche Waldkirch gaben sie ihr erstes eigenständiges Konzert.

Manfred Dinort

Bildtext:
Die Gruppe "Voix Célestes" nach ihrem einzigartigen Konzert in der St. Marien Kirche in Waldkirch.

Bild: Dinort